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SPIRIT - Netzwerk für Integrität, Respekt, Innovation und Transparenz im Sport

SPIRIT steht für eine sachkundige, unabhängige und konstruktive Stimme in der Sportpolitik - für Integrität, Respekt, Innovation und Transparenz.

Standpunkte

Kommentare von SPIRIT-Mitgliedern und externen Expert:innen

Ein Trauerspiel 

Von Sylvia Schenk (01.08.2026)

Es ist schon viel gesagt worden zur aktuellen Regierungsumbildung von Bundeskanzler Friedrich Merz. „Verstolpert“ war noch einer der netteren Kommentare. Was aber mit dem Staatsministerium für Sport und Ehrenamt passiert, kann nur als Trauerspiel und eine Missachtung des Sports bezeichnet werden. 

Eine Woche ist es her und immer noch gibt es keine Nachfolge für die bisherige Staatsministerin Dr. Christiane Schenderlein. Diese hatte sich gerade eingearbeitet und durchaus Erfolge vorzuweisen, nun wurde sie abgeordnet als Staatssekretärin ins Bundesgesundheitsministerium. D

er DOSB war nicht vorab informiert und weiß offensichtlich bis heute nicht, wer denn nun dieses Amt übernimmt. Da kann man eigentlich nur dem Bundesinnenministerium nachtrauern – bei einem starken Innenminister wären Sport und Ehrenamt wohl besser aufgehoben statt im Kanzleramt als Damenopfer zu dienen.

Nicht jeder Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln ist ein Dopingfall – zwei Beispiele aus dem Juli

Von Jorge Leyva (31.07.2026)

Zwei aktuelle Fälle aus dem deutschen Spitzensport zeigen, dass der Anti-Doping-Code unterschiedlich greifen kann, ohne dass je eine verbotene Substanz nachgewiesen wurde. Ob im Einzelfall Schuld vorliegt, ist dabei zweitrangig – pädagogisch wertvoll sind beide Fälle so oder so, weil sie zeigen, wie leicht Verfahrensfragen im Alltag von Leistungssportler:innen unterschätzt werden können.

Der Fall Freigang: Meldepflicht ist kein Generalverdacht

Gegen Fußball-Nationalspielerin Laura Freigang hat die NADA drei Strikes wegen Meldepflichtversäumnissen innerhalb von zwölf Monaten festgestellt: Sie war zu drei angekündigten Kontrollterminen nicht am selbst angegebenen Ort auffindbar. Sie spricht von einem Missverständnis.

Zentrum für Safe Sport auf den Weg gebracht

Von Sylvia Schenk (28.07.2026)

Anfang Juli durfte Staatsministerin Dr. Christiane Schenderlein noch das Zentrum für Safe Sport (ZfSS) im Bundeskanzleramt auf den Weg bringen, wenige Wochen danach verschwindet sie als Parlamentarische Staatssekretärin ins Gesundheitsministerium. 

Jetzt muss sich der/die Nachfolger/in – wenn es denn irgendwann jemanden gibt - darum kümmern, wie nach mühsamem, jahrelangen Anlauf aus dem Start des ZfSS eine dauerhafte Erfolgsgeschichte wird. 

Sportsplitter aus aller Welt

Nationale und internationale Entwicklungen, Debatten und Beobachtungen aus der Sportpolitik

Millionäre statt Funktionäre

August 2026. Ende September entscheidet sich in Samarkand, während der Schach-Olympiade, wer künftig den Weltschachbund FIDE führt. Mittendrin: Wadim Rosenstein, seit Mai 2026 offizieller FIDE-Delegierter des Deutschen Schachbundes (DSB), und zugleich einer von drei Bewerbern um das Präsidentenamt selbst.

Ausgelöst wurde die Neuwahl durch den bisherigen Amtsinhaber Arkadi Dworkowitsch. Der Russe geriet mit dem 21. EU-Sanktionspaket vom 24. Juli 2026 auf die Sanktionsliste und setzte daraufhin seine Amtsführung aus, zurückgetreten ist er nach eigener Darstellung nicht, er kündigte an, die Entscheidung juristisch anzufechten. Kommissarisch leitet seither Vizepräsident Viswanathan Anand den Verband.

Um die Nachfolge bewerben sich drei Tickets: der Düsseldorfer Unternehmer Wadim Rosenstein (mit Gordon Tang als Vize), der Hamburger Investor Jan Henric Buettner (mit dem britischen IM Malcolm Pein) sowie der kasachische Finanzunternehmer Timur Turlov (mit Anand selbst als Vize). Gemeinsam ist allen dreien: keine Verbandskarriere, dafür milliardenschwere Firmenimperien im Rücken:  Buettner mit seiner Beteiligungsgesellschaft Headline Ventures und dem Luxusresort Weissenhaus, Rosenstein mit seiner WR Group, Turlov als Chairman und CEO des in den USA notierten Finanzkonzerns Freedom Holding Corp, gegen den SEC und US-Justizministerium wegen möglicher Sanktionsverstöße ermitteln. Bei aller Ambition dürfte keinem der drei CEOs der Zeitaufwand gelingen, den Dworkowitsch dem Amt gewidmet hat.

Zur Berufung Rosensteins als deutschem FIDE-Delegierten sagte DSB-Präsident Paul Meyer-Dunker gegenüber dem Verband, man wolle, dass Deutschland "der im internationalen Schach am besten vernetzte Deutsche repräsentiert". Kritiker werfen dem DSB-Präsidium vor, mit dieser Personalie einem Präsidentschaftskandidaten zugleich die deutsche Stimme im Weltverband in die Hand gegeben zu haben. 

Quelle 1: Deutscher Schachbund – Wadim Rosenstein wird neuer FIDE-Delegierter des DSB
Quelle 2: FRBE-KBSB-KSB – Drei Präsidentschaftskandidaturen beim FIDE-Büro eingereicht
Quelle 3: ChessBase – FIDE-Präsident Dvorkovich auf EU-Sanktionsliste

Zum Nachlesen zu den Kandidaten:

Hate Speech und Sportwetten

Juli 2026. Ein im Juni veröffentlichter Report der WTA (Women’s Tennis Association) und der ITF (International Tennis Federation) zum Online-Abuse im Tennis unterstreicht den Zusammenhang von Sportwetten und Hate Speech gegen Athlet*innen in den sozialen Medien. Von Januar bis Dezember 2024 wurden 1,6 Millionen Posts und Kommentare betreffend ca. 8.300 Spieler*innen durch KI analysiert. Dabei zeigte sich, dass 40 % der Hate Speech-Messages von „Angry Gamblers“, also verärgerten Sportwetten-Spielern stammten. WTA und ITF fordern von den Wettanbietern, dass sie gegen die Personen vorgehen, bei denen Online-Drohungen und Hassnachrichten mit Sportwetten verbunden ist.

Die Ergebnisse dieser Analyse im Tennis bestätigen frühere Veröffentlichungen zu „Sportwetten-bezogenen Belästigungen“ im Collegesport und im Basketball der Frauen in den USA.

Quellen:

https://www.wtatennis.com/news/4288181/wta-and-itf-release-abuse-report-call-on-gambling-industry-to-act

https://www.covers.com/industry/study-online-sports-betting-abuse-of-ncaa-athletes-common-declining-oct-8-2025

https://www.insidethegames.biz/articles/wnba-players-demand-stronger-protections-as-abuse-mounts

Keine Werbung für fossile Brennstoffe beim nächsten Tour-Start?

Juli 2026. Kaum ist die Tour de France vorbei, rückt schon der Start im nächsten Jahr in Edinburgh in den Blickpunkt. In der schottischen Hauptstadt ist seit 2024 jegliche Werbung für Produkte und Unternehmen mit hohen Kohlenstoffemissionen auf städtischen Flächen verboten. Das bedeutet, wer fossile Energie nutzt – Mineralölfirmen, Fluglinien, Flughäfen, aber auch die Autoindustrie, soweit sie Verbrenner herstellt – kommt nicht als Sponsor in Betracht. Davon betroffen wären unter anderem die Radsport-Sponsoren TotalEnergies oder INEOS, deren Logos nicht auf öffentlichen Flächen der Stadt auftauchen dürften. Noch ist offen, ob dies tatsächlich so praktiziert wird.

Quellen:

https://www.badverts.org/latest/edinburgh-introduces-landmark-ban-on-advertisements-for-fossil-fuels-and-arms-manufacturers#:~:text=In%20a%20motion%20passed%20on%2028%20May%20May,events%20or%20other%20partnerships%20in%20Scotland%E2%80%99s%20capital%20city.

https://www.playthegame.org/news/the-petroculture-peloton-will-edinburgh-s-ad-ban-drive-big-oil-out-of-the-tour-de-france/

Radsport und der Klimawandel

Juli 2026. Wie konkret der Radsport von den Folgen des Klimawandels betroffen ist, zeigte sich bereits bei der diesjährigen Tour de France: Bei der 3. Etappe durch die Pyrenäen wurden die Zuschauer im französischen Abschnitt und im Zielbereich gebeten, wegen der Waldbrände zuhause zu bleiben. Die Werbekarawane fuhr dort nicht. Die 9. Etappe am 12. Juli 2026 wurde wegen extremer Hitze um 30 km verkürzt. Die Schlussetappe nach Paris war ebenfalls kürzer als geplant, damit  Einsatzkräfte für die Brandbekämpfung abgeordert werden konnten.

Quellen:

https://www.msn.com/de-ch/nachrichten/other/waldbr%C3%A4nde-in-den-pyren%C3%A4en-zuschauer-bei-tour-de-france-ausgeschlossen/ar-AA27jMLq 

https://radsportaktuell.de/radsport/eilmeldung-tour-de-france-2026-etappe-9-um-30-km-gekurzt-rote-hitzewellenwarnung-erzwingt-notfall-streckenanderung

https://www.zeit.de/sport/2026-07/waldbraende-bordeaux-tour-de-france-etappe-paris

Aufräumaktionen

Juli 2026. Eine sehr spezielle Form der Verbindung von Olympia, Bewegung und Nachhaltigkeit hatte sich der südkoreanische Olympiabewerber, die Provinz Jeonbuk, für den diesjährigen Olympic Day ausgedacht: Unter der Wortschöpfung „plogging“, zusammengesetzt aus Schwedisch „plocka upp“, d.h. aufheben, und jogging, sammelten die Teilnehmer*innen im Gehen oder lockeren Laufen Abfall ein. Verantwortung für den öffentlichen Raum wird in etlichen asiatischen Ländern großgeschrieben. So räumten auch die japanischen Fans beim FIFA World Cup 2026, wie schon bei vergangenen Weltmeisterschaften, nach den Spielen die Tribünen auf. Schaut man sich manche vom Verpackungsmüll geplagten deutschen Städte an, wäre Plogging auch eine gute Idee für Bewegungsförderung mit weitergehendem Nutzen.

Quellen:

https://www.insidethegames.biz/articles/jeonbuk-adds-sustainability-to-2036-race 

https://www.berliner-zeitung.de/article/wm-japan-fans-tribuenen-reinigen-muell-10096548

Weitere Sportsplitter

Turbulenzen in Kroatien

Juni 2026. Ob Hotels, Restaurants, Host Cities und überhaupt die Fans beim FIFA World Cup 2026 auf ihre Kosten kommen, ist noch offen. Fest gerechnet wird dagegen schon jetzt mit einem Riesengeschäft für die Anbieter von Sportwetten. In den USA wird ein Umsatz von 2,9 Milliarden Dollar erwartet, das ist doppelt so viel wie zum FIFA World Cup 2022. Damit wäre die diesjährige WM das größte Wettereignis in der amerikanischen Geschichte.

In Deutschland sollen rund 1 Milliarde € auf WM-Spiele gesetzt werden.

Dazu warnt der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, MdB Dr. Hendrik Streeck, gegenüber der Deutschen Presseagentur:

„Problematisch ist, wenn Fußball, Emotion und Wetteinsatz so eng miteinander verbunden werden, dass gerade junge Menschen den Eindruck bekommen, Wetten gehörten selbstverständlich zum Spiel dazu. Sportwetten sind kein harmloser Nervenkitzel. Sie können süchtig machen.“ 

Quelle 1: InsideWorldFootball 

Quelle 2: Tagesspiegel

Quelle 3: Kölner Stadt Anzeiger

FIFA World Cup und eSports

Juni 2026. Der eSport-Anbieter EA Sports FC, dessen jahrzehntelange Partnerschaft mit der FIFA 2022 geendet hat, bietet jetzt die Möglichkeit, mit 53 lizensierten Nationalmannschaften – davon 41, die auch beim FIFA World Cup 2026 mitspielen– eine eigene WM zu spielen. Zuletzt wurden Brasilien, Portugal und Spanien neu in das Angebot aufgenommen.

Quelle: https://www.insideworldfootball.com/2026/06/02/ea-sports-fc-embraces-world-cup-with-the-worlds-game-update/

Finanzregulator in UK warnt vor Crypto-Blase

Juni 2026. Die „Financial Conduct Authority“, d.h. die Regulierungsbehörde in Groß-Britannien, hat die Clubs der Premier League zur Vorsicht beim Abschluss von Sponsoring-Verträgen mit Crypto-Gesellschaften gemahnt und dabei auf mögliche rechtliche Haftungsfolgen hingewiesen. 

Partnerschaften mit unautorisierten Anbietern könnten illegal sein und Risiken für die Fans darstellen.

Quelle: https://www.insideworldfootball.com/2026/06/03/uk-financial-regulator-sticks-a-pin-in-premier-league-clubs-crypto-bubble/

Blinder Fleck

Juni 2026. Leistungen und Gesundheit von Frauen im Spitzensport unterliegen anderen Voraussetzungen und Anforderungen als bei den Männern. Trotzdem wird meist noch zu wenig auf spezifische Unterschiede geachtet. Die FIFA hat deshalb ein Bildungs-Projekt zur Gesundheit und Leistung von Frauen im Fußball gestartet. Ausgangspunkt war eine Recherche, wonach von mehr als 5.000 zwischen 2014 und 2020 veröffentlichte Studien zu Sport und Leistung nur 6 % exklusiv Athletinnen zum Gegenstand hatten, obwohl Frauen 34 % der Teilnehmerinnen stellen.

Das Projekt bietet 30 Module zu 13 wichtigen Themenbereichen betr. Gesundheit und Leistung von Frauen. Dazu gehören u.a. folgende Stichworte:

Weibliche Physiologie, Reproduktion, Menstruation, Schwangerschaft und Nachsorge, Fruchtbarkeit, Menopause, Beckenboden, Ernährung, Kraft und Konditionstraining, Verletzungsprävention.

Quelle: https://www.insideworldfootball.com/2026/06/02/fifa-female-health-preformance-project-womens-football/

Turbulenzen in Kroatien

Mai 2026. Der kroatische Sport wird von einem Korruptionsskandal erschüttert. Angeblich sind 30 Millionen Euro innerhalb des nationalen Skiverbandes fehlgeleitet, der frühere Sportdirektor des Verbandes, Vedran Pavlek, sei verhaftet worden. Inzwischen ist der langjährige kroatische NOK-Präsident, ehemals auch Premierminister des Landes (1995 – 2000), Zlatko Mateša, aus „moralischen Gründen“ zurückgetreten. Zuvor hatten bereits die Präsidenten der nationalen Verbände in den Sportarten Handball, Basketball, Wasserball und Volleyball ihren Rücktritt eingereicht.

Quelle: https://www.insidethegames.biz/articles/corruption-scandal-ridden-croatia-loses-president

Flickenteppich

Mai 2026. Die Meldungen zum Startrecht belarussischer und russischer Athlet*innen bei internationalen Wettkämpfen reißen nicht ab, inzwischen ist ein kaum noch zu überblickender Flickenteppich entstanden. Ob Schwimmen, Turnen, Muaythai, Fechten, Ringen, Boxen, Para-Sport usw. – die nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 verhängten Startverbote werden nach und nach modifiziert oder gar ganz aufgehoben. Mal dürfen nur die Belarussen starten, mal beide Länder, mal nur die Jugend, mal alle Altersklassen, mal mit, mal ohne Flagge und Hymne. Erklären oder gar rational begründen lässt sich das kaum noch.

Es kommt darauf an...

Mai 2026. Die Ausrichtung Olympischer Sommerspiele hat Einfluss auf die Immobilienpreise – oder auch nicht. NOlympia und andere Kritiker*innen einer Olympiabewerbung argumentieren fast immer (auch) mit der Furcht vor steigenden Immobilienpreisen, neu-deutsch Gentrifizierung. Nun hat der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages eine Auswertung der Entwicklung in früheren Olympiastädten vorgelegt. Das Ergebnis hätte man sich fast denken können – wie immer im Leben heißt es: Es kommt darauf an! Ob es positive, negative oder keine Auswirkungen auf die Preise, den Wohnungsmarkt und die Stadtentwicklung gibt, hängt von „lokalen Rahmenbedingungen, politischen Entscheidungen und der konkreten Umsetzung ab“.

Für die am 26. September 2026 zu wählende deutsche Bewerberstadt um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036/2040/2044 kann das nur heißen, von vornherein die Risiken von Gentrifizierung und der Verdrängung einkommensschwächerer Haushalte zu berücksichtigen und entsprechend gegenzusteuern. Quelle: https://www.bundestag.de/resource/blob/1179122/WD-5-036-26.pdf

Diskussionen um die Olympischen Winterspiele French Alps 2030

Mai 2026. Die Spekulationen rund um die Olympischen Winterspiele 2030 in den Französischen Alpen reißen nicht ab. Zuletzt hieß es, die Eisschnelllaufwettbewerbe könnten eventuell im niederländischen Heerenveen oder in Turin stattfinden. Das ursprünglich für Nizza vorgesehene Eishockey-Turnier wurde zwischenzeitlich in Lyon oder Paris verortet, Klarheit scheint es dazu bislang nicht zu geben.

Immerhin steht seit der Sitzung des IOC Exekutiv-Komitees Anfang Mai 2026 fest, dass es nur Sportarten „auf Schnee und Eis“ geben wird. Den Überlegungen, Crosslauf und/oder Cyclocross in die Winterspiele zu integrieren, hat das IOC für 2030 eine Absage erteilt.

Und nun wurde auch endlich die seit Februar vakante Stelle des Generaldirektors wieder besetzt: Der Beamte Vincent Roberti wurde am 11. Mai 2026 in das Amt berufen. Ihm bleiben noch rund dreieinhalb Jahre, um alle offenen Fragen zu lösen und die Spiele vorzubereiten.

(K)eine Zukunft für die Olympischen Jugendspiele?

Mai 2026. Eigentlich wollte das IOC im Juni die Vergabe der Olympischen Jugendspiele für Sommer 2030 (YOG 2030 – Youth Olympic Games) verkünden – nun wurde dieser Prozess vom IOC Exekutiv-Komitee vorläufig gestoppt. Das IOC will zunächst klären, welchen Platz die Olympischen Jugendspiele in der künftigen Strategie einnehmen sollen und wie das Verhältnis der Olympischen Bewegung zur jungen Generation gestärkt werden kann.

Die bisherigen Bewerber für die YOG 2030, Asuncion (Paraguay), Santiago de Chile (Chile) und Bangkok-Chonburi (Thailand), müssen sich daher gedulden.

Die Fußball-WM wirft ihre Schatten voraus

Mai 2026. Genauer gesagt: Der FIFA World Cup 2026 in Mexiko, den USA und Kanada wirft seine Hitzeprognosen voraus: Vor wenigen Tagen haben internationale Experten die FIFA davor gewarnt, dass ihre Hitzeschutzmaßnahmen für das Turnier unzureichend seien. Die FIFA wies auf ihr abgestuftes „Hitze-Minderungs-Programm“ hin, außerdem seien Turniere bei Hitze nichts Neues. Immerhin dürfen Fans ab einer definierten Temperaturschwelle eine Wasserflasche mit ins Stadion nehmen – und bei Verdacht auf Hitzschlag gibt es sogar eine Triage.

Wie sich das tatsächlich entwickelt, bleibt abzuwarten: In diesem Jahr steht ein „Super El Niño“ bevor, d.h. ein Wetterphänomen mit Einfluss auf den Polar- und den Pazifik-Jetstream. Im nördlichen Teil der USA kann dies zu kühlerem und besonders feuchtem Wetter führen, im Süden aber die Temperaturen nach oben treiben.

Die Olympischen Spiele schrumpfen

Mai 2026. Das Exekutiv-Komitee des IOC hat bei seiner Sitzung Anfang Mai in Lausanne erste Hinweise zur weiteren Entwicklung der Olympischen Spiele gegeben. IOC-Präsidentin Kirsten Coventry betonte bei der anschließenden Pressekonferenz, es könne nicht darum gehen, die Spiele „größer, größer, größer“ zu machen. Für die Sommerspiele in Los Angeles 2028 sind 36 Sportarten geplant – 2012 in London waren es nur 26. Für Brisbane 2032 wird demnach eine Reduzierung ins Auge gefasst, was auch zu geringeren Anforderungen an die Zahl und Ausstattung von Sportstätten sowie an die Logistik führen soll.

Damit eröffnen sich auch für die deutsche Bewerbung geringere organisatorische wie finanzielle Belastungen.

Quelle: https://www.insidethegames.biz/articles/ioc-to-trim-olympic-programme-for-brisbane-2032

Georgien hat einen neuen Mitbürger

Mai 2026. Wechsel der Staatsbürgerschaft sind im aktiven Spitzensport beliebt, wenn ein Land sich mit Sporthelden schmücken will oder für Athlet*innen die nationale Konkurrenz zu groß ist, so dass ein Start im fremden Nationaltrikot die ersehnte Olympiateilnahme bringen soll. Nun hat das Einbürgerungsrecht auch die Funktionärsebene erreicht: Der umstrittene Präsident des Internationalen Skiverbandes (FIS), Johan Eliasch, hatte zwar bereits zwei Staatsbürgerschaften, die seines Geburtslandes Schweden und die britische. Doch weder der schwedische noch der britische Skiverband wollten Eliasch zur Wiederwahl beim FIS-Kongress am 11. Juni 2026 vorschlagen. Da ein Wahlvorschlag laut FIS-Satzung nur durch den Verband eines Landes erfolgen kann, dessen Staatsbürgerschaft der Kandidat besitzt, musste also ein neuer Reisepass her. Georgien erwies sich als willig – sowohl was die schnelle Einbürgerung als auch den Vorschlag des nationalen Skiverbandes betrifft. 

So hat Georgien neben einem neuen Mitbürger nun mindestens bis zum 11. Juni einen internationalen Präsidenten in seinen Reihen. Ob die Wiederwahl mit diesem Trick gelingt, wird sich zeigen. Wer so offensichtlich Satzungsvorgaben unterläuft, zeigt, wie wenig Good Governance für ihn zählt.

Tabula rasa bei der DESG?

Mai 2026. Die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) fiel bei den diesjährigen Olympischen Winterspielen in Mailand weniger durch sportliche Leistungen als durch wilde Diskussionen auf. Die ARD berichtete über mögliche Missstände, woraufhin die Journalisten Hajo Seppelt und Jörg Mebus nicht zu einer Pressekonferenz des DESG-Präsidenten Matthias Große zugelassen wurden. Mehrere von Große eingeleitete Gerichtsverfahren führten bislang allerdings zu einer weitgehenden Bestätigung der Berichterstattung der ARD. Nun haben die Bundestrainer Aart van der Wulp und Alexis Contin die DESG verlassen, die Stellen wurden ausgeschrieben. Es wird spannend sein zu beobachten, wer sich für die Nachfolge in diesem Verband bewirbt. Die DESG wäre gut beraten, künftig Interessenkonflikte zu managen und die Rechte der Athletinnen und Athleten, insbesondere auch auf Mitsprache, zu wahren. 

SPIRIT Positionen & Pressemitteilungen

Bündnis gegen Sportwetten-Werbung warnt vor Glücksspiel-Offensive rumd um die Fußball-WM

08.06.2026. Mit dem Ende der Vereinssaison richtet sich der Blick der Fußballfans auf die FIFA-Weltmeisterschaft 2026. Gleichzeitig setzt sich ein Trend fort, der aus Sicht des Bündnisses gegen Sportwetten-Werbung (BgSwW) zunehmend besorgniserregend ist: Die Präsenz von Sportwettanbietern im Umfeld des Sports wächst weiter – trotz der bekannten Risiken von Glücksspiel und Glücksspielsucht.

Diskussionspapier: Enhanced Games - Herausforderung für das traditionelle Sportsystem? 

Mai 2026. Die Enhanced Games sollen erstmals am 24. Mai 2026 in Las Vegas stattfinden. Das Event erlaubt die Einnahme leistungssteigernder Substanzen, die auf der Anti-Doping-Liste der WADA stehen.

Damit stellt sich für den internationalen Sport die grundlegende Frage: Wie kann er mit einer Veranstaltung umgehen, die bewusst außerhalb der bestehenden Anti-Doping-Regeln organisiert wird?

SPIRIT kritisiert unhaltbare Zustände in der DESG: Sportler im Stich gelassen

03. März 2026. Frankfurt – Die neue Initiative SPIRIT geht an den Start. Sie will sich unabhängig, konstruktiv und mit Haltung in relevanten Debatten der deutschen und internationalen Sportpolitik zu Wort melden. In einem Grundsatzpapier zu Mission, Vision und strategischen Prioritäten beschreibt SPIRIT ihren Anspruch, Integrität, Respekt, Innovation und Transparenz im Sport zu 0stärken, teilte das Netzwerk am Donnerstag mit.

Initiative SPIRIT gegründet: Neue kritische Stimme im deutschen Sport

02. März 2026. Frankfurt – Die neue Initiative SPIRIT geht an den Start. Sie will sich unabhängig, konstruktiv und mit Haltung in relevanten Debatten der deutschen und internationalen Sportpolitik zu Wort melden. In einem Grundsatzpapier zu Mission, Vision und strategischen Prioritäten beschreibt SPIRIT ihren Anspruch, Integrität, Respekt, Innovation und Transparenz im Sport zu stärken, teilte das Netzwerk am Donnerstag mit.

SPIRIT News

Aktuelles aus unserer Arbeit, Terminen, und Initativen

Sportwetten, Spielsucht und die Manipulation von Wettbewerben - Gespräch mit dem DFB

Mai 2026. Als Teil des Bündnisses gegen Sportwettenwerbung war SPIRIT am 7. Mai 2026 bei einem Gespräch mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) vertreten. Neben den mit Sportwetten verbundenen Risiken von problematischem Glücksspiel und Spielsucht ging es SPIRIT dabei auch um unzureichende Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen gegen Spielmanipulationen auf den unteren Ebenen des Fußballs.

Vortrag zur deutschen Olympiabewerbung 

April 2026. Am 21. April 2026 hielt Sylvia Schenk bei einer Informationsveranstaltung der Partei VOLT in Hamburg die Keynote zur deutschen Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele 2036/2040/2044. Im Zentrum stand die Frage, wie die Spiele gestaltet werden müssen, damit die positiven Aspekte überwiegen, die Umwelt geschützt wird und die Stadt Hamburg langfristig profitiert.

Risikoanalyse in Sportverbänden - SPIRIT kooperiert mit dem DOSB

Mörz 2026. Bereits im Herbst 2025 hatten Steffen Salvenmoser und Sylvia Schenk in Kooperation mit dem Deutschen Olympischen Sport-Bund (DOSB) einen eintägigen Workshop zum Thema „Risikoanalyse in Sportverbänden“ angeboten. Die Resonanz war mit rund 50 Teilnehmer*innen groß, dies wiederholte sich bei einem Online-Webinar im März, bei dem die Verbände die Möglichkeit hatten, weitere Fragen zur Thematik zu stellen.

Inzwischen ist für Ende 2026 ein weiterer ganztägiger Workshop mit dem DOSB zum Themenkomplex Good Governance in Vorbereitung. 

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